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<title>Schwingförderer</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Schwingförderer</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Schwingförderer</b> sind mechanische <a href="F%C3%B6rdereinrichtung" class="mw-redirect" title="Fördereinrichtung">Fördereinrichtungen</a> für <a href="Sch%C3%BCttgut" title="Schüttgut">Schüttgüter</a> aller Art, bei denen das zu transportierende Medium mittels <a href="Schwingung#Lineare_und_nichtlineare_Schwingungen" title="Schwingung">linearer Schwingungen</a> bewegt wird. Schwingförderer gehören wie die <a href="Siebmaschine" title="Siebmaschine">Siebmaschinen</a> zu den <b>Schwingungsmaschinen</b>.
</p>


<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktionsweise">Funktionsweise</h2></div>
<p>Der Schwingförderer bewegt sich schräg nach oben in Transportrichtung und zurück. Beim Vorlauf hebt er das Fördergut abhängig von der <a href="Wurfkennziffer" title="Wurfkennziffer">Wurfkennziffer</a> an und schiebt es in die gewollte Richtung. Beim Rücklauf bleibt das Fördergut wegen der <a href="Massentr%C3%A4gheit" class="mw-redirect" title="Massenträgheit">Massenträgheit</a> und der abwärts gerichteten Bewegung (und der damit verbundenen geringeren <a href="Reibung" title="Reibung">Reibung</a>) stehen. Bei der nächsten Vorwärtsschwingung wird das Material wieder ein Stück nach vorne geschoben.
</p><p>Pro Schwingung wird das Material ungefähr um den waagrechten <a href="Vektor" title="Vektor">Vektor</a> der Schwingungs<a href="Amplitude" title="Amplitude">amplitude</a> weitergeschoben. Dieser Vorgang wiederholt sich mit der <a href="Frequenz" title="Frequenz">Frequenz</a> des Schwingantriebs. Die <a href="Geschwindigkeit" title="Geschwindigkeit">Geschwindigkeit</a> des Materialvorschubs wird also durch die Amplitudenweite und die Frequenz der Schwingung des Förderers bestimmt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anwendung">Anwendung</h2></div>
<p>Schwingförderer sind sehr robuste Fördereinrichtungen, die nur wenig <a href="Wartung" title="Wartung">Wartungs</a>aufwand erfordern und für Schüttgüter verschiedener <a href="Korngr%C3%B6%C3%9Fe" title="Korngröße">Körnungen</a> geeignet sind: von <a href="Staub" title="Staub">staub</a>förmigen Gütern bis hin zu <a href="Kies" title="Kies">Kies</a> oder <a href="Ger%C3%B6ll" title="Geröll">Geröll</a>.
</p><p>Neben ihrer Robustheit ist ein weiterer Vorteil ihre hohe vertikale Belastbarkeit, die nur durch die Konstruktion der Aufhängung begrenzt ist. Sie arbeiten unter hohen <a href="Silo" title="Silo">Silos</a> mit entsprechendem Materialdruck noch einwandfrei, wogegen beim gleichen Anwendungsfall <a href="F%C3%B6rderband" title="Förderband">Förderbänder</a> blockieren oder schnell verschleißen.
</p><p>Außerdem sind sie ziemlich unempfindlich gegenüber Stauungen oder Verstopfungen des Förderwegs; während andere Fördereinrichtungen wie <a href="Schneckenf%C3%B6rderer" title="Schneckenförderer">Schnecken</a> oder Bänder in solchen Fällen wegen Überlastung ausfallen, arbeiten sich Schwingförderer meistens selbst wieder frei.
</p><p>Ein Nachteil ist, dass Schwingförderer nur in annähernd waagrechter Richtung optimal arbeiten.
</p><p>Eine spezielle Art von Schwingförderern sind die <a href="Vibrationswendelf%C3%B6rderer" title="Vibrationswendelförderer">Vibrationswendelförderer</a>, die sich zum <a href="Sortieren" class="mw-redirect" title="Sortieren">Sortieren</a> von Einzelteilen eignen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau">Aufbau</h2></div>
<p>Schwingförderer bestehen aus
</p>
<ul><li>der eigentlichen Fördereinrichtung (Förderrinne oder -rohr)</li>
<li>dem Antrieb</li>
<li>einer <a href="Elastizit%C3%A4t_(Physik)" title="Elastizität (Physik)">elastischen</a> Aufhängung.</li></ul>
<p>Alle Bauteile des Förderers, mit Ausnahme der Aufhängung, müssen sehr <a href="Steifigkeit#Biegesteifigkeit" title="Steifigkeit">biege</a>- und <a href="Verwindung" class="mw-redirect" title="Verwindung">verwindungs</a>fest gebaut sein, um die Schwingungen gleichmäßig auf die ganze Einrichtung zu übertragen und <a href="Schwingbruch" title="Schwingbruch">Ermüdungsbrüche</a> so lange wie möglich zu vermeiden. Deshalb sind sie oft mit vielen Rippen- und <a href="Knotenblech" title="Knotenblech">Knotenblechen</a> versteift.
</p><p>Die Aufhängung besteht aus elastisch gelagerten <a href="Stahlseil" class="mw-redirect" title="Stahlseil">Stahlseilen</a> oder -stäben, <a href="Gummi" title="Gummi">Gummi</a>polstern oder <a href="Feder_(Technik)" title="Feder (Technik)">Federn</a>.
</p><p>Die Gleitflächen werden wegen des <a href="Abrieb" title="Abrieb">Abriebs</a> durch das Fördergut in der Regel mit leicht wechselbaren Verschleiß<a href="Blech" title="Blech">blechen</a> bekleidet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Unwucht-Antrieb">Unwucht-Antrieb</h3></div>

<p>Die für Schwingförderer verwendeten <a href="Unwuchtmotor" title="Unwuchtmotor">Unwuchtmotoren</a> sind in der Regel <a href="Wartung" title="Wartung">wartungs</a>freie <a href="Drehstrommotor" class="mw-redirect" title="Drehstrommotor">Drehstrommotoren</a>, bei denen an einen oder beiden <a href="Wellenende" title="Wellenende">Wellenenden</a> verstellbare <a href="Unwucht" title="Unwucht">Unwucht</a>gewichte montiert sind. Die Amplitude solcher Schwingförderer wird durch manuelle Einstellung der Unwucht geändert, die Frequenz wird durch die <a href="Drehzahl" title="Drehzahl">Drehzahl</a> bestimmt. Es sind immer zwei gegenläufige Antriebe erforderlich, da ein einzelner Motor eine <a href="Kreisbewegung" class="mw-redirect" title="Kreisbewegung">Kreisbewegung</a> hervorriefe, aber nicht die gewünschte lineare Schwingung. Die <a href="Laufzeit_(Technik)" title="Laufzeit (Technik)">Laufzeit</a> solcher Förderer wird nur durch die <a href="Haltbarkeit_(Technik)" title="Haltbarkeit (Technik)">Lebensdauer</a> der Motor<a href="Lager_(Maschinenelement)" title="Lager (Maschinenelement)">lager</a> und die <a href="Standzeit" title="Standzeit">Standzeit</a> der Verschleißbleche begrenzt, weshalb sie vor allem für große und lang laufende Anlagen verwendet werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schwingankerantrieb">Schwingankerantrieb</h3></div>

<p>Beim <a href="Schwingankerantrieb" title="Schwingankerantrieb">Schwingankerantrieb</a> wird über eine <a href="Spule_(Elektrotechnik)" title="Spule (Elektrotechnik)">Spule</a> mit wechselnder <a href="Elektrische_Feldst%C3%A4rke" title="Elektrische Feldstärke">Feldstärke</a> ein schwerer, federnd gelagerter <a href="Anker_(Elektrotechnik)" title="Anker (Elektrotechnik)">Anker</a> in Schwingung versetzt, die sich auf den Förderer überträgt. Diese Antriebe sind zwar komplizierter, teurer und nicht ganz so robust wie Unwuchtantriebe, bieten aber wesentliche Vorteile: Durch Änderung der Frequenz und/oder des Spulen<a href="Elektrischer_Strom" title="Elektrischer Strom">stromes</a> kann die Transportgeschwindigkeit in weiten Grenzen eingestellt werden. So lassen sich z.&nbsp;B. beim <a href="Waage" title="Waage">Wiegen</a> schnell große Mengen fördern und trotzdem am Ende des Vorgangs sehr fein dosieren. Außerdem ist bei dieser Bauart nur ein Antrieb erforderlich.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Heinrich Martin, Peter Römisch, Andreas Weidlich: <cite style="font-style:italic">Materialflusstechnik: Auswahl und Berechnung von Elementen und Baugruppen der Fördertechnik</cite>. 9. Auflage. Springer Science &amp; Business Media, 2007, ISBN 978-3-8348-0313-9, Kapitel 6.4.3 - Schwingförderer, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>245</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abookitem&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Schwingf%C3%B6rderer&amp;rft.atitle=Kapitel+6.4.3+-+Schwingf%C3%B6rderer&amp;rft.au=Heinrich+Martin%2C+Peter+R%C3%B6misch%2C+Andreas+Weidlich&amp;rft.btitle=Materialflusstechnik%3A+Auswahl+und+Berechnung+von+Elementen+und+Baugruppen+der+F%C3%B6rdertechnik&amp;rft.date=2007&amp;rft.edition=9.&amp;rft.genre=bookitem&amp;rft.isbn=9783834803139&amp;rft.pages=245&amp;rft.pub=Springer+Science+%26+Business+Media" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.vibrationsfoerdertechnik.de">Vibrations- / Schwingfördertechnikportal von Thomas Risch an der TU Chemnitz; Wissenschaft trifft Technik für Innovationen</a></li></ul>
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4180557-4">4180557-4</a></span> </div>
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